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Schon 15 Jahre ist es her, dass das Kinderkunstdorf ins Leben gerufen wurde. Das Spielmobil konnte ein kleines Jubiläum mit dem 10. Kikudo feiern, das mittlerweile im 2-Jahresrythmus stattfindet.
Der Eschholzpark verwandelte sich vom 27.August bis zum 01. September wieder vom eher schmucklosen Parkgelände in eine bunte Zelt-Künstlerkolonie mit zahlreichen kreativen Gemeinschaftsangeboten und Kreativwerkstätten.
Es gab diesmal aber einige Veränderungen.
Erstmals wurde nicht auf dem Platz selbst das Mittagessen vorbereitet, das die Küche ihr Konzept umstellte und nur noch „vegan“ mit ihrem Equipment kochte, was uns etwas schwierig erschien und wir deshalb nach einer Alternative schauten. Wir ließen deshalb das Mittagessen von einem Catering für Schulessen zubereiten, das wir jeden Tag zum Eschholzpark holten. Es ersparte zwar etwas Zeit und auch Personal, aber teilweise wurde das Flair der eigenen Kantine vermisst.
Zweitens wurde das langjährige künstlerische Leitungsteam Ulrike Klebahn und Matthias Berghoff von den beiden Künstlerinnen Katharina Gehrmann und Barbara Ambs abgelöst.
Wir möchten an dieser Stelle nochmals Ulrike und Matthias für ihr jahrelanges Engagement danken. Sie haben mit ihren Ideen das Kinderkunstdorf maßgeblich mitgeprägt und mitgestaltet und mitgeholfen, es zu einem Vorzeigeprojekt in der Freiburger Kinderkulturszene zu machen, das in dieser Form einmalig ist.
Drittens hatten wir in diesem Jahr weniger Kreativangebote, da wir bei der Auswertung vom letzten Kikudo festhielten, dass es sinnvoller ist, eher den Schwerpunkt auf Qualität als auf Quantität der Angebote zu legen.
Wir hatten auch erfolgreich mehr Kooperationspartner und qualifizierte Künstler für das Projekt gewonnen, um diesem Anspruch besser zu entsprechen.
Als diesjähriges Motto oder Leitgedanke hatten wir Wandel und Vergänglichkeit gewählt und so auch die Angebot entsprechend gewichtet.
Es gab wieder einige interessante Gemeinschaftsangebote wie das bewährte Gestalten mit Naturmaterialien, auch „Landart“ genannt, das jeden Tag großen Zuspruch fand, bis das Material verbraucht war. Es musste mehrmals für Nachschub gesorgt werden.
Eine sehr schöne und einfache Gestaltungsidee mit Karton war eine „Camouflage“ mit ausgeschnittenen und bemalten Tierfiguren, die am Rande des Platzes, an und in Bäumen und an Zäunen arrangiert wurden.
Mit einem ebenfalls vergänglichen und kurzlebigen Material, nämlich Zeitungen und anderen Papiermaterialien, gab es eine sehr schönes Projekt genannt „Papier Design“.
Durch Falttechniken, gewagten Kompositionen von verschiedenen Papiersorten und Karton machten sich die Kinder selbst ein kreatives Kleidungsstück oder Accessoir. Das war aber nicht alles bei diesem Angebot, denn sobald ein Kind fertig ausstaffiert war, ging es gleich ins Fotostudio nebenan zum „Fashion-Shooting“. Die Ergebnisse konnten später an einer Pinwand bewundert werden und einen Abzug bekam jedes Kind mit heim.
Außerdem fand gegen Ende des Nachmittags eine Modenschau mit allen Beteiligten auf der Bühne statt.
Dies war ein gelungenes Angebot, bei dem wieder einmal eindrucksvoll gezeigt wurde, dass vor allem einfaches, meist kostenloses und vergängliches Material ausreicht, um einen kreativen Prozess in Gang zu setzen.
Mit alten Schuhen, Gipsbinden und Farbe wurden in der „Schuhstraße“ neue Kunstwerke geschaffen, die teilweise nicht mehr als Schuhe erkennbar waren.

Anstelle der Großbilder boten 3 Praktikanten der Fachschule das Projekt Wandelwand an. Hier wurde an mehreren Tagen auf Holzplatten mit Schablonen immer wieder großflächig Farbe aufgetragen. Somit veränderte sich die Wand jeden Tag und wurde immer bunter und interessanter.
Eine aufwändige, aber schöne Werkstatt wurde von Jugendzentrum Letz Fetz angeboten. Aus Spiegeln und Buntglas schnitten sich die Kinder Mosaikteilchen mit dem Glasschneider zurecht und klebten sie auf eine Säule aus Yton. Da hier nur sehr wenige Kinder mitmachen konnten, gab es noch die Möglichkeit, mit demselben Material große Rheinkiesel zu verzieren.

Wie immer gab es beim Kinderkunstdorf auch täglich die Standardangebote wie beispielsweise Kinderkunstcafe, Backmobil aus Weingarten, Malatelier, Malschaukel, Tonwerkstatt, Werkstatt der Fantasie, Tanz- und Musikangebote sowie die Spielkarre für alle, die nur mal Spiel und Bewegung brauchten.
Als Abschluss der Woche gab es wieder eine Ausstellung im großen Zelt und einige Vorführungen.
Das diesjährige Kinderkunstdorf war gut besucht, am Wochenende waren es weniger Besucher als sonst. Insgesamt kamen ungefähr 1600 Kinder von Dienstag bis Sonntag.
Die Finanzierung war Dank des Zuschusses der Stadt Freiburg, Stiftungen, Spenden der Sparkasse und der Unterstützung durch den Landesjugendplan gesichert.
Gesichert aber nur deshalb, da sowohl das Spielmobilteam als auch die Kooperationspartner ihre Personalkosten nicht in Rechnung stellten. Außerdem wäre das Kinderkunstdorf nicht ohne die Honorarkräfte, die ein kleines Taschengeld bekommen, nicht in der Form durchführbar.