Direct access to content Direct access to navigation

Die ersten Spielmobile entstanden unabhängig voneinander Anfang der 70er Jahre in den Großstädten Berlin und München. Auch in der ehemaligen DDR versuchte man in Großstädten wie Ostberlin, Leipzig oder Magdeburg durch den Einsatz von Spielwagen den schlechten Spielbedingungen etwas entgegenzusetzen.

Ab 1980 wurden nicht nur in Deutschland, sondern auch in Österreich, in der Schweiz und Italien immer mehr Spielmobile ins Leben gerufen. Erste internationale Spielmobiltreffen wurden regelmäßig durchgeführt; sie waren und sind noch heute sehr wichtig, da sie SpielmobilerInnen vor allem in den Anfangsjahren oft die einzige Möglichkeit für einen Erfahrungsaustausch und für Fortbildungsveranstaltungen boten.

Heute kann man alleine in Deutschland ca. 500 Spielmobile zählen. Nach der Wiedervereinigung gab es in den neuen Bundesländern einen regelrechten Boom in Form von 150 Neugründungen.

Die Trägerschaft, die Ausstattungen und die Bedingungen, unter denen die einzelnen Spielmobile arbeiten, sind sehr unterschiedlich. Die Spannbreite reicht vom ehrenamtlich getragenen Verein, der Sommerferienaktionen durchführt bis hin zu ganzjährig aktiven, professionellen Einrichtungen.

Der pädagogische Grundgedanke sowie die daraus entwickelte Zielsetzung hingegen haben den gleichen Grundtenor: Spielmobile sind die Antwort auf schon lange nicht mehr kindgemäße Umwelt- und Lebensbedingungen. Spielmobile leisten Lobbyarbeit für mehr Kinderfreundlichkeit, d.h. konkret: sie versuchen mit ihren Aktivitäten auf verschiedenen Ebenen die Spiel- und Entfaltungsmöglichkeiten für Kinder zu verbessern.

Bei ihren mobilen Einsätzen schaffen Spielmobile Aktionsräume, in denen sich die Kinder ohne Leistungsdruck mit einer Vielfalt einfacher Materialien aus unserer Industriegesellschaft auseinandersetzen und damit einen eigenen Spiel- und Erfahrungsraum selbst gestalten können. Bei der Durchführung unterschiedlichster thematischer Spielprogramme wie z.B. Zirkus, Jux-Olympiade, Gespenstertunnel oder Maskentheater bieten Spielmobile einen offenen Rahmen mit hohem Aufforderungscharakter, der die Kinder ermutigt aktiv am Geschehen teilzuhaben. - Kreativität, Abenteuer und Bewegungslust stehen dabei im Vordergrund. Spielmobile wirken durch ihre offene, mobile Arbeit der Verinselung unterschiedlicher kindlicher Lebensbereiche entgegen. Sie haben sich zum Ziel gesetzt, unterschiedliche Bereiche miteinander zu vernetzen, Begegnungsmöglichkeiten zu schaffen, Plätze und Räume mit Kindern für Kinder zu erobern.

Mehr Infos zu Spielmobilen:

BAG BUNDESARBEITSGEMEINSCHAFT SPIELMOBILE e.V. und EUROPÄISCHES NETZWERK DER SPIELMOBILARBEIT